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PSK31-Empfang auf Kurzwelle
Da führte mir doch letztens Peter, DL3APO auf seinem Laptop das Programm "MixW32" vor, u.a. geeignet, um RTTY (RadioTeleTYpe, Funkfernschreiben) mit der Soundkarte zu dekodieren. Ich konnte ihm dabei auch etwas Neues zeigen, nämlich, daß das Programm auch PSK31 dekodieren kann, eine sehr schmalbandige digitale Betriebsart auf Kurzwelle, mit der mit geringster Leistung große Entfernungen Scanner XR100 überbrückt werden können. Zur Demodulation (Lesbarmachung) des nur als ein klingelnder Ton zu hörenden Signals werden sehr schmalbandige Filter benötigt. Diese würden, in herkömmlicher Technik ausgeführt, riesengroße "Schaltkreisgräber" werden. Stattdessen speist man das niederfrequente Signal in die Soundkarte eines PC's ein und bildet die Filter und Dekodierschaltungen mathematisch nach. Ein halbwegs aktueller PC ist überall vorhanden, was die Dekodierung sehr einfach macht Skizze Magnetantenne und Verbreitung dieser Betriebsart sehr gefördert hat. Im 20m-Band (20 Meter = Wellenlänge), auf 14.068 MHz +/- einige 100 Hz ist ein Aktivitätszentrum, auf dem fast ständig Stationen mit geringstem Aufwand zu empfangen sind. Das wollte ich unbedingt mal probieren, und ist natürlich auch als Amateurfunk-Demonstration bestens geeignet, z.B. in Schulen.
Zum Empfangen braucht man natürlich einen Kurzwellen-Empfänger, im einfachsten Fall einen Scanner, der diesen Frequenzbereich so leidlich beherrscht. In meinem Fall ein Stabo XR100. Der beste Empfänger taugt nichts ohne gescheite Antenne ("Eine gute Antenne ist der beste Hochfrequenzverstärker" ist ein Spruch aus den Anfangszeiten des Radios, der auch heute noch gilt). Nun hat nicht jeder die Möglichkeit, eine Antenne für Kurzwelle aufzubauen, ein Dipol für 14 MHz wäre z.B. 10m lang. Eine geeignete Alternative ist eine sog. "Magnetantenne", die mit wenig Aufwand platzsparend im Zimmer aufgebaut werden kann. Sie besteht aus einem Schwingkreis (eine Parallelschaltung einer Spule und eines Kondensators) hoher Güte für die Empfangsfrequenz, bei dem die Spule nur aus einer oder zwei Windungen besteht, zur Erzielung der Induktivität aber eine relativ große räumliche Ausdehnung hat. Im vorliegenden Fall eine Windung mit etwa 1 Meter Durchmesser. Am oberen Ende befindet sich die Kapazität, die Resonanzfrequenz des Schwingkreises bestimmt. Um auf 14.068 MHz "rauszukommen" wird bei Beachtung der angegebenen Maße eine Kapazität von etwa 22pF benötigt. Diese ist zur leichteren Abstimmung aus einem Festkondensator und einem Trimmer aufgebaut.
Zum Bau brauchen wir:
  • 3 Stangen Plastrohr 7mm * 1mm, 1m lang aus dem Baumarkt,
  • 1 Stange Plastrohr 10mm * 1mm, 1m lang aus dem Baumarkt,
  • 3 Meter Koaxkabel RG58 mit einseitig angecrimpten BNC-Stecker, z.B. aus der Schrottkiste des örtlichen Computerhandels,
  • ca. 3.50m Draht (Litze),
  • 1 Kondensator 15pF
  • 1 Trimmkodensator 15pf (7.5mm, blau)
  • kleine Kabelbinder
 
Die drei 7mm-Plastrohre werden halbiert, wir brauchen fünf 50cm lange Stücke. Vom 10mm-Rohr werden ein 60cm-Stück und fünf ca. 2.5cm lange Stückchen abgesägt. Ein zentrales, radial durchbohrtes Plaststück ergibt die spinnenförmige Halterung für die 6 Stäbe. Wird der Bohrerdurchmesser etwas kleiner gewählt, sitzen die Stäbe stramm und brauchen nicht extra befestigt werden. Spinnenhalterung
Das RG58 wird ca. 60cm abgemantelt, der Innenleiter zu einem Ring geformt, die Seele mit dem Mantel verlötet und mit Schrumpfschlauch stabilisiert. Es bildet später die Auskoppelschleife. Einkoppelschleife
Die fünf kurzen Rohrstückchen werden mit einem Loch versehen, auf den Draht aufgefädelt und auf die Enden der dünneren Stäbe gesteckt. Das dient der leichten Zerlegbarkeit der Antenne. Drahthalter
Den Kondensator und Trimmer am "heißen" oberen Ende baut man etwa so:
Am besten den Trimmer mit etwas Heißkleber stabilisieren.
Kondensator oben
Die Auskoppelschleife wird mit Kabelbindern am unteren 10mm-Stab befestigt. Der Schleifendraht wird nur durch ein Loch geführt und hat keine Verbindung mit der Auskoppelschleife. Auskoppelschleife unten
Als Standfuß eignet sich z.B. eine leere Spindel von CD-Rohlingen, evtl. auch mit AOL-CD's zur Beschwerung bestückt. Smiley Standfuß
Dann wird erstmal alles aufgebaut und zusammengesteckt. Der Empfänger wird auf etwa 14.068 MHz eingestellt und nun kommt das Wichtigste: Mit einem Abgleichbesteck (oder einem Plastikschraubenzieher) wird am Trimmer am oberen Antennenende auf lautestes Signal bzw. stärkstes Rauschen abgeglichen. Dieses Maximum ist sehr spitz und bestätigt die ordnungsgemäße Funktion der Antenne. Empfangsaufbau
Hat man dann z.B. die Software Digipan installiert, den Empfängerausgang mit dem Line-In-Eingang der Soundkarte verbunden, kanns losgehen: Empfang einer Station aus Bulgarien (LZ2TU). Screenshot Digipan
Oder auch das Programm MixW32: Screenshot MixW32
Und zum Transport läßt sich die Antenne mit wenigen Handgriffen zerlegen, mit geringem Platzbedarf verstauen und z.B. in den Urlaub mitnehmen. Zerlegt zum Transport



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