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Tierfotografie

KODAK DC240 Vor einiger Zeit hab ich mich mal mit dem Protokoll beschäftigt, das auf der seriellen Schnittstelle meiner Digitalkamera KODAK DC-240 benutzt wird. Das ließ sich recht einfach hacken, indem die Kommunikation zwischen PC und Kamera mit einem weiteren PC, auf dem ein Terminalprogramm mit Hexadezimaldarstellung läuft, abgehört wird. Leider scheint KODAK kein Interesse zu haben, das vollständige Protokoll zu veröffentlichen. Mich interessierte aus dem Befehlssatz allerdings nur einer, nämlich das Auslösen von Bildern, wenn die Kamera im "Connect"-Mode ist. Nun endlich, über die Weihnachtsfeiertage 2000, konnte ich mein Wissen anwenden und das kam so:

Wir haben im Garten einen Komposthaufen und seit einiger Zeit ist Einiges von dem, was man abends reinschmeißt, früh nicht mehr drin oder liegt auf dem Weg im Garten verstreut. Lustig, was? Macht aber keinen Spaß, jedesmal die Kaffeefiltertüten, alten Semmeln, Knochen usw. wieder einzusammeln. Der Hammer war mal, ich hab die Motorhaube von meinem Auto aufgemacht (das auch im Freien steht) und fand sogar da drin auf dem Motor eine Kaffeefiltertüte inklusive Kaffeesatz liegen. Nein, mein Golf fährt nicht mit Kaffee ! Ich selbst hatte bis dahin den Verursacher solchen Unsinns noch nicht gesehen, aber es sollte wohl ein Marder sein. Wenigstens hat er bis jetzt meine Bremsschläuche in Ruhe gelassen. Nun wollte ich der Sache mal auf den Grund gehen und versuchen, den Bösewicht, der ja immer nur nachts kommt, zu fotografieren. Geeignet erschien mir dazu meine Digitalkamera. Leider hat sie keinen Anschluß für einen Fernauslöser oder sowas. Aber man kann über das Kabel, mit dem man die Fotos aus der Kamera über die serielle Schnittstelle des PCs ausliest, Befehle an die Kamera schicken und auf diese Weise Aufnahmen auslösen. Die Befehle kannte ich ja schon, in der Zwischenzeit habe ich mir auch eine neue Flash-Speicherkarte zugelegt (32MB), da passen dann so in etwa 60 Kameraaufbau Bilder in der höchsten Auflösung drauf. Leider ist die etwas langsamer als die originale 8MB-Karte, ich hab festgestellt, daß ich etwa alle 9 Sekunden eine Aufnahme machen kann. Nicht eben schnell, aber besser als gar nichts. Weiter gings, ein Netzteil für die Kamera bauen, denn eine Nacht halten die eingebauten Batterien nicht durch. Ein Schaltregler mit LM2575 setzt 12 Volt aus einem Bleigel-Akku auf 5 Volt für die Kamera mit einem recht hohen Wirkungsgrad um. Als Bewegungsdetektor kommt ein Bewegungsmeldermodul von CONRAD zum Einsatz, für 5 Volt-Betrieb geeignet. Fehlte nur noch ein Programm für einen Mikroprozessor von Microchip "PIC16F84", der bei einem Ansprechen des PIR-Melders die richtigen Bytes an die Kamera schickt und im Abstand von 9 Sekunden 3 Aufnahmen macht und dann wieder wartet. Dabei bin ich fast in eine Falle getappt, denn die Kamera schaltet trotz externer Stromversorgung nach einer Stunde Untätigkeit ab. Also muß das Prg. im PIC gelegentlich einen Initialisierungsstring an die Kamera schicken, Elektronik dann wird offenbar der Timeout zurückgesetzt. Selbst ein ordentliches Gehäuse hat die Mimik bekommen! Nun hab ich also meine Kamera samt Stativ und Elektronik in den Garten geschafft, eine Plastiktüte als Wetterschutz drüber und dann nur noch die Daumen gedrückt, daß das auch alles so funktioniert, wie ich mir das gedacht habe. Und der Marder (oder wer auch immer) mußte natürlich auch dort vorbeilaufen, wo die Kamera hinzeigt, hihi!
Feststellung am Morgen: Meine Mimik hat funktioniert. Die Kamera hat so an die 30 Bilder geschossen und ein paarmal ist sogar was Gescheites drauf. Meistens sieht man nur zwei Augen aus dem Dunkeln heraus leuchten, der Blitz in der Kamera ist halt ein bissel klein. Aber mit ein bischen Bildbearbeitung kann man noch was rausholen. Die 5 gelungensten Bilder sind diese hier, ich glaube, man sieht schon, daß es keine Katze ist. Aber was ist es nun? Ein Marder?


Marder 1 Marder 2
Marder 3 Marder 4
Marder 5

Lustigerweise schaut das Tier immer genau in die Kamera, als ob jemand "Bitte recht freundlich" gesagt hätte. Das liegt vermutlich daran, daß die Kamera vor der Aufnahme kurz surrt und das Tier erschrocken in Richtung des Geräusches schaut.

Ein Jäger schrieb mir:
"Es handelt sich nämlich tatsächlich um einen Marder. Nach dem, was noch von der Jägerprüfung übrig geblieben ist, um den "üblicheren" Steinmarder (Martes foina), leicht erkennbar daran, daß der Kehlfleck als Hose gegabelt ausläuft und weiß ist, der Baummarder färbt sein Lätzchen mittels Sekret gelb. Der Steinmarder ist auch derjenige, der seine Zunft als Autoschädlinge in Verruf gebracht hat..."

Zu Silvester hab ich dann einen zweiten Versuch gestartet und die Kamera näher heran postiert. Damit der Marder nun auch wirklich durch das Bildfeld läuft, wurde dort ordentlich Lockmittel in Form von Brotresten ausgelegt. Der Marder scheint mörderischen Appetit zu haben und auch das Feuerwerk schien ihn nicht zu stören, jedenfalls waren zu Neujahr alle Köder weg. Hier sind die dabei entstandenen Fotos:

Marder 1 Marder 2
Marder 3 Marder 4

Siehe auch:



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